Elefanten-Treffen

Der Bundesverband der Motorradfahrer e.V. (BVDM) lädt alle Motorradfahrer zum traditionellen Elefantentreffen ein, das 2005 vom 28.01. - 30.01.2005 in Loh/Thurmansbang Solla stattfindet. Das Treffen-Gelände liegt in einem natürlichen Talkessel mitten im Bayerischen Wald. Motorradfahrer und Einwohner sind begeistert, seit sich die Elefantentreiber 1989 zum ersten Mal im Hexenkessel von Loh trafen. Loh/Thurmansbang Solla liegt 60 km (37 miles) nordwestlich von Passau. Der einfachste Weg führt über die BAB A 3 (Regensburg Passau bis zur Autobahnausfahrt Hengersberg oder Garham). Ab diesen Ausfahrten sind die Hauptstraßen zum Treffen ausgeschildert

Der Eintritt kostet 18.- €; BVDM- und FEMA-Mitglieder zahlen nur 10,- €. Der Holzpreis liegt bei 5,- EUR für das gebündelte 1/10 Ster.

Das Elefantentreffen ist das größte und traditionsreichste Wintertreffen in Europa. Das Elefantentreffen ist ein Motorradtreffen. Autos und Quads sind auf dem Gelände nicht zugelassen. Parkplätze für Autos und Quads gibt es nur im fünf Kilometer entfernten Solla.

Aufgrund der Umweltschutzbestimmungen in Bayern sind Einweggeschirre nicht zugelassen. Bring also bitte dein eigenes Geschirr mit.

Für Zimmerreservierungen außerhalb des Treffengeländes stehen euch die Fremdenverkehrsämter in D-94169 Thurmansbang/Solla, Schulstrasse 5, Telefon 08504/1642 oder in 94513 Schonberg, Telefon 08554/821 gerne zur Verfügung.

Für allgemeine Informationen über das Elefantentreffen erreichst du die BVDM Bundesgeschäftsstelle unter Telefon 06131/503280, Fax 06131/503281 oder per Email an den BVDM.

Wir wünschen euch eine gute Fahrt und freuen uns darauf, euch im Hexenkessel von Loh wiederzusehen.

 

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Das Elefantentreffen - ein MOTORRADtreffen?
(Aussagen und Ansichten eines Teilnehmers)

Wie definiert man ein MOTORRADtreffen?

Leider sind in den letzten jahren auf dem e-treffen vermehrt Motorradfahrer der Kategorien b-d anzutreffen. Wir fragen uns, woran das wohl liegt ???

Wir sind der Meinung, ein Motorradtreffen muss MOTORRADtreffen sein und bleiben.
Einzig und allein die Organisatoren und Hilfsdienste haben ihre 4-rädrige Berechtigung. Die Ausnahme bilden natürlich die bemitleidenswerten Biker, deren gammlige Winterböcke auf dem Weg zum Treffen leider den Geist aufgegeben haben, und auch diejenigen, welche für ihre abenteuerlichen Eigenkonstruktionen leider keinen TÜV-Segen erhielten.

Die restlichen 95% die meinen, sie müssten ihr höchstens noch sperrmülltaugliches Sofa, den alten Teppich oder gar kubikmeterweise Styroporplatten mitbringen, sind hiermit aufgefordert, das e-treffen aus ihrem Terminkalender ein für alle mal zu streichen.
Äusserst unglaubwürdig wirkt zum Beispiel auch eine 12-köpfige Gruppe, welche angeblich ihr 15m langes Bierzelt per Mopped hertransportiert hat. Das mag vielleicht funktionieren, aber nicht, wenn die Einzelteile 3m lang sind.
Dass man dennoch auf nichts verzichten muss, haben wir, glaub ich bewiesen, indem wir unsere komplette Badeausrüstung mittels Mopped & Beiwagen mitbrachten UND wieder mit nach Hause nahmen. Auch Argumente wie 'wenn ich mit dem Mopped herkomm, hole ich mir den Tod' kann man nicht gelten lassen, schliesslich hat Reinhold Messner den Mt. Everest auch nicht in der Badehose erklommen.

Das ganze Thema ist dem BVDM natürlich auch schon aufgestossen. Mit einem weinenden Auge gibt man jedoch zu erkennen, dass es einer Teilnehmerzahl von ca. 5000 bedarf, um die Kosten zu decken. Wir sind allerdings der Meinung, dass ein kleineres und dafür reineres Motorradtreffen, auch ein feineres wäre. Der daraus resultierende, etwas höhere Eintrittspreis würde in die Gesamtausgaben jedes einzelnen kaum ins Gewicht fallen.

 

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Zweiradspaß für ultraharte Biker

Dumpfe Axtschläge hallen durch das Tal, irgendwo unten im Wald knallen die Zündungen eines Traktor-Diesels, ab und zu durchbricht das Tengtereng eines Zweitakters oder das Bollern eines Boxer-Gespanns die Stille des Bayerischen Waldes.

Es ist Dienstagmittag. In drei Tagen werden tausende Motorradfahrer aus ganz Europa die Rennstrecke des Stock-Car-Clubs in den „Hexenkessel von Loh“ verwandeln. Das 45-Seelen-Dorf Loh bereitet sich auf das legendäre Elefantentreffen vor. Dann kommen auf jeden Einwohner mindestens 100 Motorradfahrer.

Schon seit dem Wochenende sind die Helfer des Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) vor Ort. „Wir verlegen Strom, Wasser, Telefon, ziehen Zäune ums Gelände, sprechen mit Anwohnern, Polizei und Ordnungsamt die Veranstaltung ab“, sagt Michael Tubes, Sprecher des Treffens. Während der gelernte Werkzeugmachermeister und bis zu 100 Freiwillige das Lager aufbauen, kommen schon die ersten Teilnehmer, um sich die besten Plätze zu sichern:

Peter (44) und Klaus (43) sind seit 12 Jahren dabei. Morgens um 9 sind sie von zu Hause in der Nähe von Landsberg weggefahren. Der eine auf dem Gespann (Suzuki GS 750), der andere auf einem 400er Roller. „Wenn du einmal da warst, kommst du immer. Wir sind jedes Jahr am gleichen Platz. Doch den kriegst du nur, wenn du zeitig da bist“, begründet Peter die frühe Ankunft.

Man merkt, dass die beiden nicht zum ersten Mal da sind. Zur Ausrüstung gehören: ein großes Zelt, zwei Liegen, dicke Schlafsäcke, ein Tisch, Stühle, Grill, Gemüse, Fleisch (eingeschweißt), sogar eine kleine Heizung. Und Alkohol in ausreichender Menge: Bier, Weißwein, Rum und Dosenpfirsiche. „Die sind für den Pershing – unser Rezept gegen die Kälte“, sagt Klaus: zwei Liter Weißwein, 0,7 Liter Rum, zwei Dosen Pfirsiche erhitzen – na denn, prost!

Auch in der Nachbarschaft tut sich was. Biker tuckern aufs Gelände, manche kommen mit Auto und Hänger, bauen für sich und ihre Kumpels Lager auf.

Obwohl das Treffen offiziell erst am Freitag beginnt, geht´s ab Donnerstag schon richtig rund. Und die Stimmung steigt mit jedem Neuankömmling und mit jeder Dose Bier. „Ja wir haben ein Idol, Harald Juhnke, ja wir waren auf Entzug, Harald Juuhuhuhunkeee“, grölt eine Gruppe nach der Melodie des Kirchenliedes „Öffne Herr, die Herzen weit, Halleluja“.

Etwas unterhalb der Hauptstraße haben ein paar Gespannfahrer ihr Lager aufgeschlagen. Mit Stromversorgung über Batterien und allem drum und dran. Sie haben sogar eine Antenne dabei, Videorecorder und einen Fernseher. Tagsüber gibt´s Kinderprogramm, abends harte Pornos.

In der Nacht hat Frau Holle ganze Arbeit geleistet, der Platz mit seinen Motorrädern, Zelten und Holzstapeln ist weiß überzuckert. Das ganze Tal duftet: nach dem Rauch der Buchenholzfeuer, nach Kaffee, gebratenen Würstchen, Eiern, ab und zu auch nach Bier.

Oben am Eingang ist inzwischen richtig Betrieb. Der Strom der Motorradfahrer, die aus ganz Europa kommen, reißt nicht ab. Und so mancher bekommt beim Wiedersehen feuchte Augen. Lupo und Gianmarco haben sich seit einem Jahr nicht mehr gesehen. Obwohl die beiden in Italien nur rund 150 km voneinander entfernt leben, treffen sie sich nur einmal im Jahr: auf dem Elefantentreffen im Bayerischen Wald. „Im Januar ruft einer den anderen an, damit er auch wirklich fährt – seit Jahren ist das immer das gleiche“, sagt Lupo. 156000 Kilometer hat seine Yamaha FJ 1200 auf dem Zähler. Das Motorrad ist der Alptraum eines jeden deutschen TÜV-Ingenieurs: Schneeketten, klappbare Kufen, ein Geweih auf der Verkleidung – vom röhrenden Sound ganz zu schweigen.

Das Treffen ist eine ideale Inspiration für Wintercamper. Motto: Wie bekomme ich mit dem geringsten Aufwand das beste Ergebnis. Die Anforderungen sind so unterschiedlich wie die Teilnehmer. Ein junger Soldat aus Schneeberg hat sich aus einer alten Laterne einen Ofen gemacht: „Die braucht nicht viel Holz, macht warm und oben drauf lege ich zwei Schraubenschlüssel quer drüber, dann kann ich mir was kochen“, sagt der 24-Jährige.

Bei Siedi und seinen Freunden aus der Nähe von Niederalteich geht es schon komfortabler zu. Im Lager gibt´s bayerische Küche vom Feinsten: Spanferkel vom Grill. „Wir haben lange experimentiert, viele Fehlschläge erlitten. Jetzt haben wir die Lösung“, sagt der Kfz-Ingenieur, der einen Doktor-Titel besitzt. An ein Waschmaschinen-Drehkreuz haben die Biker ein dickes Eisenrohr geschweißt. Darauf wird das Spanferkel gesteckt, das vorher in Salzlake mariniert wurde. Eine Kette mit einem alten Scheibenwischermotor verbunden, treibt das Drehkreuz an. Vier Stunden gart das Schweinchen in Alufolie über dem offenen Feuer. „Dann nehmen wir die Folie ab, lassen es noch richtig schön bräunen“, sagt Siedi. Das Ergebnis ist umwerfend. Dazu gibt´s frisches Brot und Bier. Und natürlich dürfen auch die Nachbarn mithalten...

Auch in Sachen Motorradeigenbau und Oldtimer-Rekonstruktion gibt´s auf dem Treffen die interessantesten Modelle. Vom Russengespann über Eigenbauten mit Dieselantrieb oder zwei Motoren bis hin zum perfekt restaurierten Oldie ist alles vertreten.

Inzwischen zeigt der Winter seine volle Härte. Solange es hell ist, sind die Temperaturen einigermaßen erträglich. Doch sobald die Dämmerung eintritt, wird´s empfindlich kalt, das Thermometer fällt rasch unter Null. Jetzt lodern überall die Feuer der Camper, alle rücken ein bisschen näher an die wärmenden Flammen. Doch Ruhe kehrt keineswegs ein, die Party geht richtig los.

Die Harald-Juhnke-Fans grölen – inzwischen schon merklich heiser – weiter ihre Hymne. Immer wieder steigen Feuerwerkskörper in den Himmel, manche fliegen gefährlich flach über die Zeltdächer. Irgendwo schmeißt einer sein Motorrad ohne Auspuff an, dreht die Maschine mit ohrenbetäubendem Lärm immer wieder hoch. Ein paar Verrückte kurven mit den Moppeds auf den glitschigen Wegen rum - möglichst laut ist in. Einer auf einem Gespann treibt´s besonders wild, fährt immer wieder rauf zur Kneipe, runter zum Lager. Solange, bis er im Suff umkippt.

Doch die Mehrzahl sitzt friedlich um die Lagerfeuer, trinkt gemütlich einen zusammen. Wenn die Krawallbrüder mal einen Augenblick Pause machen hört man ein vielstimmiges Gemurmel, das über dem Kessel liegt. Richtig still wird´s erst gegen vier Uhr früh, wenn die letzten Suffköppe halb bewußtlos in ihre Zelte gekrochen sind. Auch die Kneipe am Eingang, die eigentlich die ganze Nacht auf hat, macht dann schon mal für eine Stunde dicht.

Familie Poschinger betreibt die Lokalität, die eigentlich mehr ein überdachter Imbiss ist. Den Poschingers gehört auch der größte Teil der Stock-Car-Strecke, auf der die Biker campen. „Keiner wusste, was auf ihn zukam. Und als das Elefantentreffen 1989 das erste Mal in Loh war, machten alle große Augen“, erinnert sich Rudolf Poschinger. Auch der 50-jährige Kfz-Meister staunte, was da auf das gemütliche Bayerwald-Dorf zurollte: Solche Typen und solche Motorräder kannte man bis dato im Bayerischen Wald allenfalls aus schlechten Kinofilmen, wo Motorradfahrer grundsätzlich die Bösen sind. Doch bis auf kleinere Reibereien ging alles gut.

Es hat die ganze Nacht geschneit – endlich richtig Winter! Das Lager erwacht nach einer kurzen Nacht zum Leben. An den etwa 20 Klohäuschen und den beiden Toilettenwagen stehen Schlangen, ebenso an den zwei Wasserstellen, wo´s Wasser zum Kochen und für die Körperflege gibt, die meist allenfalls aus Zähneputzen besteht. Schlangen auch an den Imbissbuden, wo der Duft von frischem Kaffee lockt.

Noch immer reißt der Strom der Ankömmlinge nicht ab, aufgrund der Wetter-Situation kommen viele später als geplant. Rund 20 Zentimeter hat es geschneit und es schneit weiter.

Ab Mittag ist Zoo angesagt. Tagesgäste aus der Umgebung parken ihre Autos oben in Solla oder auf den Feldern rings um Loh, spazieren durchs Gelände. 4 Euro kostet der Eintritt für Tagesgäste, inklusive der Besichtigung der wilden Kerle und ihrer knatternden Motorräder. „Wir brauchen die Tagesgäste. Sonst würden wir Miese schreiben, müssten von den Bikern noch mehr als die 15 Euro Eintritt verlangen“, verteidigt Michael Tubes den „Elefantentreffen-Tourismus“. Trotzdem, die Biker sehen sich nicht gerne als Austellungsstücke, manch böse Bemerkung fällt. Aber auch hier bleiben alle friedlich.

Samstag ist der einzige Tag mit Programm. In der Arena unten im Kessel gibt´s Wettbewerbe: Schneeskulpturen bauen, Tau ziehen, Holz sägen, schönster Eigenbau, weiteste Anfahrt, ältester Teilnehmer, jüngster Teilnehmer, größter Club... Die Teilnahme ist eher mäßig. Vielleicht liegt´s daran, dass es noch immer schneit und schneit. Doch die wenigen Teilnehmer haben ihren Spaß.

Sieger bei den Eigenbauten wird ein Gespann mit Diesel-Motor und Zweiradantrieb. Doch den Vogel schießen zwei Jungs mit ihrem Gespann mit zwei Motoren, Zweiradantrieb und zwei Mann Besatzung ab – Fahrer und „Bootsmann“ kontrollieren jeweils einen Motor. Die beiden beherrschen das Teil, wie sie ums Eck flitzen, ist wirklich sehenswert.

Bei der Verkündung der weitesten Anfahrt gibt´s lange Gesichter: Ein Biker aus Seattle (USA) hat gewonnen. Dabei haben viele sicher mehr Straßenkilometer hinter sich: Italiener, Belgier, Holländer – sogar Spanier sind dabei.

Am Abend hat der BVDM zum traditionellen Fackelzug zur Schartenkirche in Solla mit anschließendem Gottesdienst geladen. Rund 120 Biker stapfen durch den Schnee, poltern mit ihren schweren Stiefeln in die katholische Kirche. Es ist ein verwegen aussehender Haufen, der sich da zum Gebet versammelt hat, Gestalten, die so gar nicht in ein bayerisches Gotteshaus passen wollen. Vor der ersten Bank kauert ein Kleiderschrank am Boden, das linke Auge blau von einer Schlägerei. In einer Bank sitzt einer, "saufen, saufen, saufen, fressen", steht auf seinem Sweat-Shirt. Auf der Orgelempore sitzen verschlossen aussehende Männer mit ehrlichen Händen – voller Schwielen von schwerer Arbeit.

Der Kölner Pfarrer mit dem passenden Namen Ingolf Schulz-Weihrauch hält den Gottesdienst. Hochwürden fährt selbst seit Jahren eine Goldwing mit Beiwagen, spielt passabel Gitarre und textet selbst. Auf die Melodie von Honky Tonk Women von den Stones singt er:

'Ich hab´nun schon ein ganzes Jahr gewartet, und mich gefragt, wann geht es endlich wieder los? Wann werden wir zum Elefantentreffen starten? Wann ist die Zahl der Biker auch im Winter groß?

Ich bin Motorradfahrer, gib mir den Motorrad-Fahrer-Blues.

In der Saison, da fuhr ich viele Kilometer, bin dankbar, dass ich noch am Leben bin. Bin sicher nicht der größte aller Beter, doch einmal „Danke“ sagen – das ist immer drin.

Ich bin Motorradfahrer, gib mir den Motorrad-Fahrer-Blues.

Wenn ich mir alles richtig überlege, wie schön das Leben auf zwei Rädern ist, hoff´ ich, dass auf allen meinen Wegen, Gottes guter Geist mich nie verlässt.'

Dann spricht er von Härte und was es bringt, hart zu sein. Und von Motorradfahrern, die die härtesten sind, und immer durchkommen wollen. Nicht alle schaffen das. Die Namen von Motorradfahrern, die vergangenes Jahr ums Leben gekommen sind, legen dafür Zeugnis ab. 30 Namen - Freunde, Verwandte und Bekannte der 120, die dem Pfarrer vor dem Gottesdienst die Namen zugesteckt haben und jetzt mit Tränen in den Augen stumm in der Kirche sitzen.

'Bis wir uns ´mal wiedersehen, hoffe ich, dass Gott dich nicht verlässt. Er halte dich in seinen Händen, doch drücke seine Faust dich nie zu fest', singt der Pfarrer. Und mit seinen Liedern und witzigen Texten schafft er es, die trüben Gedanken zu vertreiben. Viel zu schnell vergeht die Dreiviertelstunde in der trockenen, gemütlichen Kirche.

Draußen schneit es noch immer, auf der Straße liegen inzwischen weit über 30 Zentimeter Schnee. Die Kirchgänger stapfen in der Stille runter in den „Hexenkessel“ von Loh, zurück ins Leben, wo die Feuer lodern und tausende Biker die Nacht zum Tag machen.

Sonntagmorgen überrascht der Wald schon wieder mit einem anderen Wetter: Es regnet und taut. Überall laufen kleine Bäche über die Straßen, alles ist nass, es ist eklig, zu packen. Wer klug ist, steht früh auf, oder ganz spät. Nur drei schmale Sträßchen führen vom Gelände weg, je später der Morgen, desto größer der Stau. Am späten Vormittag wird´s dann wieder etwas besser.

Während die Biker ihre Sachen packen, sind die Helfer des BVDM schon wieder voll im Einsatz. Denn bis 12 Uhr muss das Gelände geräumt sein. Auch die Eltern von Michael Tubes, Rosemarie (57) und Engelbert (61), sind dabei. Der Museumsmitarbeiter und seine Frau fahren seit über 40 Jahren Motorrad, sind sozusagen Gründungsmitglieder des Elefantentreffen. „Ich habe schon am Nürburgring Sanitätsdienst gemacht. Als Michael zwei, drei Jahre alt war, haben wir ihn mit aufs Treffen genommen“, sagt Engelbert Tubes. Und wie der kleine Michael vor 35 Jahren sozusagen mit der Muttermilch das Elefantentreffen kennenlernte, so selbstverständlich sind seine beiden Kinder (3, 5) heute mit dabei.

Warum fährt man bei Eis und Schnee in den Bayerischen Wald, friert in einem kleinen Zelt, zahlt auch noch Geld dafür? Diese Frage beantworten alle gleich: Das Treffen ist wie ein Virus. Entweder Du bist –nach dem ersten Mal immun und kommst nie wieder. Oder Du bist jedes Mal dabei.